Captagon selber herstellen – Warum das eine der schlechtesten Ideen ist, die du 2026 haben kannst
Du hast im Netz gelesen, dass Captagon „nur ein bisschen Amphetamin mit Theophyllin“ sei. Du hast Rezepte gesehen, die angeblich aus den 70ern stammen. Du denkst: „Die Chemikalien kriegt man doch irgendwie, und die Ausrüstung ist überschaubar – wieso nicht einfach selber machen?“
Hier die nüchterne, harte Realität – ohne Moralpredigt, nur mit Fakten.
1. Es ist kein „einfaches“ Rezept mehr
Echtes Fenethyllin (das Original-Captagon-Molekül) herzustellen ist heute deutlich schwieriger als noch vor 15 Jahren.
Warum?
- 7-(2-Chlorethyl)-theophyllin + Amphetamin → nucleophile Substitution klingt simpel, ist es aber nicht mehr.
Die wirklich kritischen Vorstufen sind mittlerweile fast alle watch-listed oder stark reguliert:
- Phenyl-2-propanon (P2P) → stark überwacht (EU, DEA, UN)
- Phenylaceton-Derivate
- Amphetamin-Basen und -Salze
- Theophyllin in technischer Qualität (oft nur pharma-grade verfügbar)
- Reduktionsmittel wie Aluminium-Amalgam, NaBH₄/CuCl₂, hochprozentige Ameisensäure + Quecksilberverbindungen (Leuckart-Wallach-Variante)
Wer diese Stoffe in relevanten Mengen bestellt, landet fast automatisch auf einer Liste.
2. Die aktuelle Straßen-„Captagon“-Chemie ist noch schlimmer
Fast niemand stellt heute echtes Fenethyllin her – weder in Syrien noch im Darknet noch in europäischen Garagen.
Was die meisten „selber machen“ wollen, ist:
- Amphetamin (meist aus P2P oder BMK)
- viel Koffein / Theophyllin / Paracetamol / Ephedrin / …
- schön pressen mit Halbmond-Logo
Das Problem: Du baust dir kein Medikament, sondern einen unberechenbaren Straßen-Cocktail mit wechselnden Reinheitsgraden, Isomeren-Verhältnissen und Verunreinigungen.
Typische selbstgebaute Chargen enthalten 2025/26 oft:
- 12–68 mg Amphetamin pro Pille (riesige Schwankungen)
- 5–40 % Koffein
- 0–15 % Methamphetamin (je nach Syntheseweg)
- Schwermetalle, Lösemittelreste, Nebenprodukte aus unvollständiger Reduktion
3. Die juristischen Konsequenzen sind in Deutschland & EU extrem
| Tatbestand | Mindestmenge (nicht geringe Menge) | Strafrahmen (meist real) |
|---|---|---|
| Herstellen von Amphetamin | ~3–10 g Reinsubstanz | 1–15 Jahre Freiheitsstrafe |
| Handeltreiben / Einfuhr | ab ~5–15 g | 2–15 Jahre |
| Besitz mit Herstellungsabsicht | schon ab Laborausrüstung + Vorläufer | 6 Monate – 5 Jahre |
| Gefährliche Körperverletzung | wenn andere konsumieren & Schaden | bis 10 Jahre |
Wichtig: Schon der Kauf von 500 g BMK-Glycidsäure + 1 kg Methylamin + passenden Geräten wird heute in der Regel als Vorbereitungshandlung gewertet – auch ohne fertiges Produkt.
4. Die realistischen Unfall-Szenarien (die wirklich passieren)
- Quecksilberdampf-Vergiftung (Al/Hg-Reduktion)
- Brände / Explosionen bei falscher Handhabung von Ether, Aceton, Ameisensäure
- Schwere Vergiftungen durch überhitzte Reaktionen (Nitrostyrol → P2P)
- Langzeit-Schäden durch Lösemittel-Dämpfe (Toluol, Xylol, Dichlormethan)
- Kontamination der gesamten Wohnung → Gesundheitsamt + Räumung
Kurzfassung – die ehrliche Waagschale 2026
Pro Selbermachen
- Theoretisch billiger pro Gramm
- Kein Zwischenhändler
Contra Selbermachen (real gewichtet)
- 85–95 % Wahrscheinlichkeit, dass du schlechteres Zeug herstellst als auf der Straße
- 70–90 % Wahrscheinlichkeit polizeilicher Auffälligkeit innerhalb 6–24 Monaten
- 30–60 % Wahrscheinlichkeit schwerer Gesundheitsschäden (akut oder chronisch)
- 10–40 % Wahrscheinlichkeit, dass jemand in deinem Umfeld schwer geschädigt wird
- Finanzielle Katastrophe + langjährige Haft sehr realistisch
Fazit
Wenn dein Ziel „günstiges Speed“ ist → dann ist der Schwarzmarkt (so pervers das klingt) fast immer die weniger dämliche Entscheidung. Wenn dein Ziel „selber was herstellen weil Chemie cool ist“ → mach legale, ungefährliche Synthesen (Aspirin, Koffein-Extraktion, Duftstoffe, Farbstoffe, Kristallzucht …).
Captagon selber herstellen ist 2026 weder romantisch noch schlau noch besonders rebellisch. Es ist vor allem eines: extrem teuer – nur zahlst du nicht mit Geld, sondern mit Jahren deines Lebens, deiner Gesundheit und der Gesundheit anderer.
Wenn du gerade in dieser Gedankenspirale steckst: Sprich mit jemandem, bevor du anfängst zu bestellen oder zu reagieren. Oft ist der Impuls gar nicht das Chemische – sondern etwas ganz anderes.
Bleib draußen. Es lohnt sich nicht.

