Saxenda® (Liraglutid) – Nebenwirkungen: Ein umfassender Überblick basierend auf offiziellen Angaben (Stand 2026)
Saxenda® (Wirkstoff: Liraglutid) ist ein GLP-1-Rezeptor-Agonist, der seit 2015 in der EU und damit auch in Deutschland und Österreich zur langfristigen Gewichtsregulierung bei Erwachsenen mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m²) oder Übergewicht (BMI ≥ 27 kg/m²) mit mindestens einer gewichtsassoziierten Komorbidität zugelassen ist. Das Medikament wird als tägliche subkutane Injektion angewendet und erzielt in Kombination mit kalorienreduzierter Ernährung und gesteigerter körperlicher Aktivität eine klinisch bedeutsame Gewichtsreduktion.
Wie bei allen Arzneimitteln können jedoch Nebenwirkungen auftreten. Die folgende Übersicht basiert auf den aktuellen Fachinformationen (SmPC), Packungsbeilagen, EMA-Zusammenfassungen sowie den offiziellen Angaben des Herstellers Novo Nordisk (Stand 2026).
Häufigkeitskategorien und Klassifikation
Die Nebenwirkungen werden nach Häufigkeit eingestuft (gemäß MedDRA und EMA-Definitionen):
- Sehr häufig (≥ 1/10 Behandelte)
- Häufig (≥ 1/100 bis < 1/10)
- Gelegentlich (≥ 1/1.000 bis < 1/100)
- Selten (≥ 1/10.000 bis < 1/1.000)
- Sehr selten (< 1/10.000)
Die meisten Beschwerden sind gastrointestinaler Natur und treten vor allem in den ersten Wochen der Therapie auf. Durch die langsame Dosissteigerung (von 0,6 mg auf 3,0 mg über 4–5 Wochen) lassen sie bei den meisten Patienten nach oder werden deutlich milder.
Sehr häufige Nebenwirkungen (≥ 1 von 10 Behandelten)
Diese treten bei mehr als 10 % der Patienten auf und betreffen hauptsächlich den Gastrointestinaltrakt:
- Übelkeit (nausea) – bis zu 39–50 % in den ersten Wochen
- Durchfall (Diarrhö)
- Verstopfung (Obstipation)
- Erbrechen (vomiting) – ca. 10–16 %
- Kopfschmerzen
- Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Juckreiz, Schwellung)
Diese Symptome sind meist vorübergehend und klingen innerhalb weniger Tage bis Wochen ab. Bei Kindern und Jugendlichen (ab 12 Jahren) können gastrointestinale Beschwerden etwas stärker ausgeprägt sein als bei Erwachsenen.
Häufige Nebenwirkungen (1–10 % der Behandelten)
- Dyspepsie (Verdauungsstörungen, Sodbrennen)
- Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Oberbauchschmerzen
- Flatulenz (Blähungen), Aufstoßen
- Mundtrockenheit
- Schwindel
- Müdigkeit (Asthenie, Erschöpfung)
- Schlaflosigkeit (vor allem in den ersten 3 Monaten)
- Geschmacksstörungen (Dysgeusie)
- Hypoglykämie (Unterzuckerung) – vor allem bei gleichzeitiger Anwendung von Sulfonylharnstoffen oder Insulin (bei Diabetes-Patienten)
- Erhöhung der Lipase im Blut (meist asymptomatisch)
Gelegentliche bis seltene, aber potenziell schwerwiegende Nebenwirkungen
Diese erfordern sofortige ärztliche Abklärung:
- Akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung): Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, oft mit Übelkeit/Erbrechen. Sofort absetzen und Arzt aufsuchen.
- Gallenblasenprobleme (Cholelithiasis, Cholezystitis): Gallensteine oder Gallenblasenentzündung.
- Akutes Nierenversagen oder Verschlechterung der Nierenfunktion (oft dehydrationsbedingt durch Erbrechen/Durchfall).
- Tachykardie (erhöhter Puls).
- Allergische Reaktionen (einschließlich Anaphylaxie – selten).
- Suizidale Gedanken oder Stimmungsveränderungen (sehr selten, aber in der Fachinformation erwähnt).
Wichtige Warnhinweise (Black-Box-Warnung in den Uk, analoge Hinweise in der EU)
- Schilddrüsen-C-Zell-Tumore: In tierexperimentellen Studien (Ratten/Mäuse) traten dosisabhängig Schilddrüsentumore (einschließlich medulläres Schilddrüsenkarzinom) auf. Ob dies auf den Menschen übertragbar ist, ist unklar. Saxenda ist daher kontraindiziert bei familiärer oder persönlicher Anamnese eines medullären Schilddrüsenkarzinoms oder MEN-2-Syndroms. Bei Symptomen wie Knoten/Schwellung am Hals, Heiserkeit, Schluckbeschwerden oder Atemnot sofort abklären.
Management und Prävention
- Dosissteigerung langsam halten – minimiert gastrointestinale Beschwerden.
- Ausreichend Flüssigkeit trinken, kleine Mahlzeiten einnehmen, fettarme Kost bevorzugen.
- Bei anhaltender Übelkeit ggf. Antiemetika (z. B. Metoclopramid) kurzfristig einsetzen – nur nach ärztlicher Rücksprache.
- Regelmäßige Kontrolle von Blutzucker, Nierenwerten, Lipase und Schilddrüsenfunktion empfohlen.
Fazit
Die Nebenwirkungen von Saxenda® sind überwiegend vorübergehend und gastrointestinal bedingt, treten vor allem zu Therapiebeginn auf und lassen bei den meisten Patienten nach. Schwere Komplikationen sind selten, erfordern jedoch sofortige medizinische Intervention. Saxenda sollte ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden – eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung ist essenziell.
Wichtiger Hinweis: Diese Informationen ersetzen nicht die ärztliche Beratung. Lesen Sie stets die aktuelle Packungsbeilage und konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker bei Fragen oder Beschwerden. Bei Verdacht auf Nebenwirkungen melden Sie diese über das Pharmakovigilanz-System (z. B. BfArM in Deutschland oder BASG in Österreich).
Quellen: EMA-EPAR-Zusammenfassung, Novo Nordisk Fachinformation (SmPC), FDA-Prescribing Information, offizielle Packungsbeilagen (Stand 2026).

